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Bordhund Blacky vom
 Munitionstransporter Schwarzwald

Munitionstransporter Schwarzwald aus Emden+Borkum

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Der Munitionstransporter Schwarzwald A1400


Bis Mitte der 65er Jahre erhielt das Kommando der Troßschiffe eine Anzahl von Schiffen verschiedener Herkunft, die für ihre Unterstützungsaufgaben umgebaut wurden. Dazu gehörten auch: Der  Munitionstransporter Schwarzwald  der Typklasse 706


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 Im Jahre 1955 liefen auf der französischen Werft Ateliers et Chantiers de Bretagne ein mehrere Frachtmotorschiffe vom Stapel: Es waren die Almathee, Hebé und Boree. Die Reederei verkaufte diese 90 Meter großen Schiffe 1959 an das Bundesverteidigungs- ministerium. Auf der Werft  Stülcken  wurde das Frachtschiff für die Bundesmarine zu einem Munitionstransporter umgebaut und mit Flugabwehrgeschützen ausgerüstet. Im Herbst 1961 wurde es dann als Schwarzwald A1400 in Dienst gestellt
Da die Schwarzwald bewaffnet war, erhielt sie eine militärische Besatzung.


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Die Schwarzwald gehörte dem 2. Versorgungsbatallion Nordsee an und hatte als Heimathafen Borkum, lag aber überwiegend in Emden.


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Die Schwarzwald bei einer Kanalpassage Richtung Kiel
im Jahre 1966
Am 1. Oktober 1967 erfolgte die Umbenennung unter das 2. Versorgungsgeschwader. Ab 1967 war sie nur noch mit einer 40 mm-Flak-Einzellafette ausgerüstet, ab 1970 führte sie keine Waffen mehr.
Am 29. November 1974 wurde die SCHWARZWALD außer Dienst gestellt und an Griechenland abgegeben.



Bordhund Blacky vom Munitionstransporter Schwarzwald


Der Kamerad Gerd Zellerer berichtet folgendes:
Hallo Peter,  ich war ein Jahr auf der Schwarzwald vom 07.01.64 bis 31.01 65
Ich war Zeitsoldat ( Z 4) Grundausbildung habe ich in Glückstadt gemacht meine Fachrichtung (Se 11). außer auf der Schwarzwald A 1400
war ich noch auf der Fregatte Lübeck F 224 und anschließend im Stützpunkt Cuxhaven bis zu meiner Entlassung 1965.
Ich kann mich noch gut an unseren Bordhund Blacky erinnern, unvergessen wenn ich bei rauer See Rudergänger war und Blacky seekrank zwischen meinen Beinen hing !!!
Da gibt es noch einiges von Blacky an das ich mich noch sehr gern erinnere,



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Außerdem denke ich noch an unseren Besuch bei der Marinekameradschaft
 in Lahr im Schwarzwald.
Die Kranzniederlegung und die Bilder von den Feiern sind von diesem Besuch



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Die Bilder habe ich mal so spontan mitgeschickt, in der Hoffnung vielleicht Kontakt mit ehemaligen Bordkameraden zu finden, was mir sehr am Herzen liegt ist, was aus Blacky geworden ist, wo ist er gelandet und wo hat er sein Gnadenbrot bekommen ???
 Wir haben mit diesen Hund soviel Spaß gehabt und mir sind noch einige lustige Begebenheiten mit Ihm in Erinnerung, gibt es eventuell eine Besatzungsliste
 von der Zeit, wo ich an Bord war ?
 viele Fragen auf einmal
 Viele Grüße und jederzeit eine Handbreit Wasser unterm Kiel wünscht euch euer Marinekamerad Gerd Zellerer ( SE 11)
Gerd Zellerer ist unter der E-mail  -gerd.zellerer@yahoo.de  zu erreichen




Der Kamerad Udo Bosenius, seines Zeichens ARI-Mixer, berichtet uns über seine Bordzeit auf der Schwarzwald von Apr. 1965-Sept.1966 und seine Erlebnisse mit Blacky.


Nach einem Jahr auf dem Minensucher Herkules wurde ich am 01.04. 1965 auf den Munitionstransporter A.E. Schwarzwald kommandiert.
Hier lernte ich den Bordhund Blacky kennen.
Blacky war schon ein toller Hund mit allen Tugenden ausgestattet, um an Bord zu überleben.
Blacky kannte genau die Stelle im Schiff, wo es bei Seegang am ruhigsten war,Mittschiffs neben dem Magnetkompass.

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Trotz der anstrengenden Pflege ihrer Jungen, hat sie ihren Spieltrieb nie verloren.
Dazu brauchte sie nur ein Maul voll gesammelter Kronenkorken, die sie einem vor die Füße legte, um dann in 10 Meter Abstand in Torwartmanier darauf zu warten, dass man sie einzeln zu ihr hinschoss. Gefangen hat sie die Korkenfast immer.
Wenn Blacky Landgang hatte, war sie oft stundenlang verschwunden, sobald wir Seeklar machten und das Typhon durchgefahren wurde war Blacky zur Stelle (meistens), sonst wurde gesucht, ALLEMANNMANÖVER war dann angesagt.

Wir lagen irgendwann in W’haven, am Abend sind wir in die Kantine gegangen, wir trauten unseren Augen nicht, unser Moses saß vorm Tresen, neben ihm auf dem Barhocker Blacky.
Ein fremder Lord der Moses und Blacky nicht kannte und leicht angetüdelt war, wollte unbedingt auf Blackys Hocker sitzen.
Moses meinte, frag doch Blacky.
 Als er sie dann von Hocker schubsen wollte, zeigte Blacky ihr Missfallen auf Hunde eigene Art, danach wollte er sein Bier lieber im Stehen trinken.
Wenn wir im Hafen lagen, wo auch immer, durfte Blacky oftmals mit auf Landgang.
Hierzu wurde sie immer fein rausgeputzt, Anzug 1.Geige blau
 (Exkragen mit Dienstgradabzeichen). 
Blacky kannte uns ganz genau, egal wo wir waren, sie ging schnurstracks auf die nächste Kneipe zu und öffnete die Tür, wohlwissend, dass es hier für sie ein Schüsselchen Bier gab.


In den 1,5 Jahren auf der Schwarzwald habe ich zweimal erlebt, wie Blacky Junge hatte, das war schon ein großes Erlebnis.


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Blacky hatte was Männer anging, Geschmack, tragend wurde sie immer nur wenn wir in Kiel-Jägersberg zum beladen oder entladen von Muni waren.
Die Wachhunde dort, teilweise frei herumlaufend, waren alles prächtige
 stolze Schäferhund Rüden.


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Die Welpen inzwischen schon Selbstversorger unf Mama Blacky paßt auf, dass auch alle 8 etwas abbekommen.


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Mit vollen Bäuchen ist gut ruh’n und so legten sich alle Acht auf die kuschelige Decke, um ein Verdauungsschläfchen zu machen.


Solange die Kleinen noch nicht flügge waren ging es noch, aber als sie ihre ersten Ausflüge machten, wurde es lustig.
Einmal fehlten morgens die Socken oder die Schuhe oder man ist schlaftrunken mit nackten Füßen in ein Häufchen bzw. eine Pfütze hineingetreten.
Blacky’s Welpen waren in Emden sehr begehrt und wurden nur mit Genehmigung der Kommandanten weggegeben.
 Es wurde streng darauf geachtet, dass kein Hund von den Lords für ne Kiste Bier verscherbelt wurde, als es doch einmal passierte wurde der Betreffende mit einer “Dizi” bedacht und bekam ganz schnell ein neues Kommando.
So war gewährleistet, dass diese schönen Schäferhunde in gute Hände kamen.  


Blacky’s großer Medienauftritt
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Text des Zeitungsinterview

Anlaß zum allgemeinen Schmunzeln war die forsche “Uniform” die man Blacky verpaßt hatte.
Äußeres Zeichen ihrerDienstgradbezeichnung waren die 2 schräg gestellten balkenauf der “Uniforn”, die sie weithin als Obergefreiten kenntlich machten.Ein Hund mit einer solchen Auszeichnung muß dafür schon etwas geleistet haben. Die “ KZW “ ging der Sache nach und hatte Gelegenheit, “Blacky” bei einem Interviev näher kennenzulernen. sie gab sich ungezwungen, hatte keinerlei Starallüren und zeigte sich beim standesgemäßen Foto von ihrer besten Seite.
Hauptgefreiter Roland Kaulfuß (23) war vom Kommandanten zur Berichterstattung abkommandiert worden, da er über den Lebensweg der vierjährigen Hündin am besten Auskunft geben konnte. Demnach wurde “Blacky” im Alter von acht Wochen für 15 DM in einem Hamburger Tierheim erworben. Zum freudigen Entsetzen der Mannschaft und der Offiziere entwickelte sich aus dem einstigen Wollknäuel ein Prachtexemplar von einem Schäferhund.
Nach den Worten des Hauptgefreiten sind “Blacky” und die Mannschaft seit dieser Zeit unzertrennliche Freunde geworden. “ Sie ist für uns das Salz in der Suppe” meinte er “ und es hat schon Soldaten auf der “ Schwarzwald ” gegeben, die nicht auslaufen wollten, weil der Hund nicht an Bord war”!   
Die Ernennung zu “Gefreiten” und “Obergefreiten”, schmunzelte Roland Kaulfuß, “die hat sie schon verdient. Dreimal ist sie bereits stolze Mutter geworden und dreimal riss sich die Besatzung um die Jungtiere”. Beim letzten Mal brachte “Blacky” gleich 11 kleine Sprösslinge zur Welt.
Für diese außerordentliche Leistung soll sie nun in absehbarer Zeit nach willen der Mannschaft mit den Hauptgefreiten - Balken geehrt werden.
Auch sonst ist die Hündin mit “allen Wassern” gewaschen. Gegen Bier hat sie grundsätzlich nichts einzuwenden. Bei großer Hitze zieht sie allerdings eine grosse Portion Speiseeis vor. Nur gegen eines sträubt sie sich immer wieder hartnäckig: Das Bad unter der Dusche!
Ansonsten ist “Blacky” aber zu allem Schabernack aufgelegt. Ihr bisher größter “Erfolg”:
Beim zehnjährigen Bestehen der Bundeswehr hielt ein hoher Offizier auf Borkum die Festansprache.
“Blacky” mußte an Bord bleiben. Doch sie blieb es nicht, sondern tauchte plötzlich zum Entsetzen der Soldaten von der “Schwarzwald” zwischen den angetretenen Formationen auf und nahm gelassen, doch mit aller Würde, die einem derartigen Zeremoniell zu kommt, die Front ab.  
Der Kommandeur verlor leicht die Fassung und war der Ansicht, dass das bei aller Tierliebe
 nun doch wohl etwas zu weit ginge.....



Willst du fremde Länder seh’n, mußt du zur Marine geh’n


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Das Versorgungsgeschwader mit 3 Schiffen in VALENCIA an der Pier


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Schiffe und Besatzungen fein herausgeputzt für Besucher und Landgang.

VALENCIA wir Kommen!
Gruppenweise zogen die Lords Richtung Zentrum





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Einige lustige Kerle auf dem Achterdeck der Schwarzwald.

Eine kleine Fete im Seemanns Deck oder Seeziegen in der Freizeit.





Dienstroutine auf einem Munitionstransporter


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Ari-Mixer beim Exerzieren
Fliegeralarm von ?????

Kutterpullen im Atlantik ein willkommener Sport für Seeziegen und Heizer




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Allemannsmanöver
Fleißige Freiwache beim Potaken drehen .

Tägliche Arbeiten unter Deck
Vorbereitung zum Munition entladen!




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Übernahme eines aufgefischten Übungs-Torpedo



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Kraftstoff-Übernahme vom Schwesterschiff

Kommandeur kommt zu Mittagessen an Bord



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Hier hatten wir etwas Seegang, unser Schwesterschiff bäumte sich schön auf, wenn sie unsere Kiellinie verließ.



Der Abschied von Blacky und Schiff


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Leider ging meine Dienstzeit auf der SCHWARZWALD viel zu schnell vorbei,
 am 30.09.1966 war für mich “Ausscheiden mit Dienst”
und das zivile Leben hatte mich wieder.
Würde mich freuen, wenn sich alte Kameraden melden! Meine Mail:Bosenius1@web.de



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