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Adolf von dem
Versorger Nienburg

Geschichten über Bordhunde auf Marineschiffen

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 Adolf, der Bordhund des  Versorgers “Nienburg”

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Boxer-Dog


Der Kamerad Hans Jürgen Lietzmann erinnert sich noch, wie die Nienburg zu einem Bordhund kam.
Wir  waren mit unserem Hauptgefreiten ( Name ist mir entfallen) in Fedderwardergroden bei seiner Freundin und in Kneipen unterwegs. Dort sind wir auf den “Hund  gekommen” und haben ihn mit an Bord genommen. Auf den Namen “Adolf” sind wir, glaube ich, wegen seiner schönen braunen Farbe gekommen. Kmdt.Obersteller war erst gegen den Hund hat sich aber schnell an ihn gewöhnt. Später, nach  meiner Zeit, muss er mal einen Niedergang runter gefallen sein, deshalb das schiefe Laufen als wir ihn später mal wiedersahen.


Der Kamerad Hermann Lögler,der zur gleichen Zeit an Bord der Nienburg als E-Mixer fuhr kann sich auch noch sehr genau an diese Zeit erinnern:
 Hans-Jürgen schildert den Start von “Adolfs” Bordleben. Wir machten ab 30.09.67 die Baubelehrung in der Bremer Vulkan Werft auf der Nienburg und stellten sie 1968 mit in Dienst. Irgendwann war dann  Morgens ein Hund bei uns im Deck. Adolf war ein Welpe und wie diese nun mal sind war er nicht stubenrein, verspielt, tolpatschig und  gefräßig. Die ganze damalige Decksbesatzung kümmerte sich in ihrer Freiwache um Adolf. Wurde er unruhig, setzte ihn jemand vor das Schott damit er seine Geschäfte erledigen konnte. Decksreinigung war immer was größeres, damit ja kein Hundegeruch entstand.
Ich erinnere mich genau, einmal gab es Hähnchen zum Mittagessen und jeder sparte etwas auf, um auch Adolf ein leckeres Mahl zukommen zu lassen. Leider waren in unserer Unwissenheit damals auch Knochen dabei, durch die unser kleiner Adolf fast eingegangen wäre. Ich saß in meiner Freiwache nur bei ihm und  rieb ihm seinen aufgeblähten, harten Bauch. Mußte ich auf Wache, wurde ich von anderen Deckskameraden abgelöst, die weiter sein Bäuchlein rieben. So ging es fast eine Woche bis der letzte Knochensplitter auf natürliche Weise aus Adolf  raus war.
Anfang Januar 69 verliesen Hans-Jürgen und ich die Nienburg um am F1 teilzunehmen. Adolf sahen wir nach unserer Rückkehr in den StO W’haven ab und an wenn wir in der Nähe der Nienburg festmachten. Was nach unserer aktiven Nienburgzeit mit Adolf war weiß ich auch nicht. Leider habe ich ihn aus den Augen verloren. Hoffe wenigstens ein klein wenig zur Adolf Hystorie beigetragen zu haben. Werde aber noch andere damalige Nienburg Kameraden anschreiben um etwas mehr von Adolf in Erfahrung zu bringen


Ein alter englischer Zeitungsausschnitt. und (Halb-)Boxer Adolfs Geschichte-told by Ede:
 "Adolf von der Nienburg":
 irgendwer brachte ihn mit auf die FGS-Nienburg,
 (Versorger i.d. Marine) - weil er so "braun" war, nannten wir ihn Adolf.


Adolf von der Nienburg in Liverpool

Er war schon an Bord, als ich zur Nienburg kam,
er lebte ca 8 Jahre an Bord - ein Reserveoffizier nahm ihn später mit für seine
Mutter auf einen Bauernhof - weil er zum Schluss Schwierigkeiten hatte, die
Niedergänge rauf zu kommen (Niedergang ist eine Treppe auf Schiffen), wo er
noch 2 Jahre glücklich lebte und ein paar Hühnern den Garaus machte.
 


Die Niedergänge runter ging er nie, dann wartete er bis irgendwer kam, der ihn
 dann auf den Arm nahm- irgendwer kam ja immer vorbei, auf so einem Dampfer.
Er hatte eine richtige Technik entwickelt-Mann geht rückwärts Treppe runter-Adolf
wartet, bis Schultern in “Pfotenhöhe”-dann Vorderpfoten auf die Schulternlegen und Hinterpfoten auf Hüfte. So kam er einfach von einer Ebene zur nächsten,am liebsten war er auf der Brücke beim Kommandanten, weil da ein Sofa stand.Er mochte keine Zivilisten und keine Frauen-schliesslich kannte er sie nicht,das  legte sich aber mit zunehmenden Alter - Zivilisten auf Fahrrädern waren seine Todfeinde.
Adolf hat mal einen Zivilmitarbeiter auf’n Fahrrad gejagt,der hatte 2000 Versorgungsbelegeauf dem Gepackträger in einem Karton - der trat nun nach den jagenden Hund - dann verlor er das Gleichgewicht und viel hin und 2000 Belege flatterten in die Schleuse und dann mussten die Papiere alle neu geschrieben werden.
Adolf bekam dafür (theoretisch) 14 Tage Stubenarrest-wir durften ihn dann nicht
von Bord lassen.
In Liverpool bin ich mit Adolf nachts heimlich an Land gegangen (weil doch in England
 keine Hunde eingeführt werden durften und Adolf aber doch mal "Landgang" brauchte)
- zwischen den Docks hat uns dann ein Wachmann gesehen - die grosse Flucht begann -
 wir haben gewonnen und erreichten als erste die Stelling (Treppe um auf das Schiff zu kommen) - anderen Tag grosser Bahnhof, der Hund muss von Bord (wahrscheinlich Tötung)
 Verzwickung mit deutschem Konsulat und Militärattaché -schliesslich ist der "Alte" (Kommandant) ausgelaufen - von Bonn kam dann irgendwann ein "dududu, das darf
 man doch nicht"
Adolf reagierte sauer auf den Befehl: "wo sind die Agenten" dann tobte er los :
in Ostende (Belgien) ist eine tolle Discostrasse - weil abends die Engländer mit den
 Fähren zum trinken/feiern kamen - und es war immer voll bis zum brech - und wenn wir dann mit Adolf in der Disco auftauchten, und die Theke war restlos überfüllt, dann sagten wir nur: Adolf, wo sind die Agenten? - und dann ging's los und wir hatten
 Thekenplatz ganz vorne :
Über Adolfs Abenteuer könnte ich ein Buch schreiben - auf dem Bild unten ist er am Wochenende bei mir zu Hause - an den Wochenende habe ich ihn immer mitgenommen.


Adolf auf Wochenend - Urlaub bei Ede



Von Obermaat Günter Wilpert erhielt ich folgende Story über Adolf, als er während seiner Dienstzeit als Smut auf der Nienburg fuhr:
Ich war auf der Nienburg von 1970-1971 als Maat in der Kombüse,und ich kann mich heute noch sehr genau über “Adolf auslassen”.Zumal eine Geschichte wirklich spektakulär war.Morgens auf den Speiseplan geguckt,gab es zu Mittag Labskaus.OK gesagt getan,aber zu Mittag war furchtbarer Seegang und die halbe Besatzung hatte keinen Hunger.Also wurde der Rest aus dem Kessel genommen und in einen großen Topf abgefüllt.Natürlich wurde das Essen zum auskühlen vor die Kühllast gestellt.
Um 16:00 Uhr rief mich der Kommandant in der Kombüse an ob denn vom Labskaus noch was übrig wäre.Natürlich sagte ich und ging den Niedergang zur Kühllast runter stellte aber zu meinem Erstaunen fest, dass Adolf mit allen 4 Pfoten im Topf stand und sich rund herum satt fraß.
 Die Meldung mußte natürlich folgen denn der Kommandant wartete auf seinen Labskaus.
Jetzt die spektakuläre Antwort:
 “Obermaat Wilpert nehmen Sie einfach die ersten paar Zentimeter ab und der Rest wird ausgegeben”.
Das war ein Befehl den ich nur zu gerne ausführte.Aber eines muß man natürlich sagen,bei damals 4,60 DM Tagessatz und 65 Mann Besatzung, viel Adolf doch sehr ins Gewicht, zumal es beim Hackfleisch oder Sonstigem ja nicht bei “Gramm” blieb, sondern schon manchmal Kg wurden, was er vertilgte.
Ansonsten ist es so, dass irgendjemand über diesen Hund ein Buch schreiben sollte,er wäre es wert gewesen diese Zeit zu opfern.

Ich denke ich sollte mich tatsächlich hinsetzen und dies tun.

Gruß aus Menzendorf an alle die noch am Leben sind, ich bin mittlerweile auch schon 62 Jahre,aber diese Zeit werde ich nie vergessen.
  Obermaat Günter Wilpert



Und hier ein Hund von Ede selbst gezogen, als Diensthund der Bundeswehr,als Geschwader -Hund des 2. Versorgungs-Geschwader.
Ede war während eines 12 Jährigen Landkommando’s Leistungsrichter für die Hundeschule der Bundeswehr.


Ede  mit Menja Ede und  Menja vor dem Rathaus angetretenMenjas Dienstausweis

(Bilder und Text wurde freundlicherweise von Ede einem FSG-Nienburg-Veteranen zur Verfügung gestellt.)



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